Das Arbeitnehmer - Rentnerverhältnis

Die Karikatur gibt exakt das wieder, was Jungpolitiker jeder Colleur und Teile der Presse dem Staatsbürger weissmachen wollen. Leider fallen auch viele Arbeitnehmer AN auf dieses populistische Zerrbild herein.
Tatsache ist jedoch einerseits, daß viele sozialversicherungspflichtige AN einer hohen Abgabenbelastung unterworfen sind. Tatsache ist aber auch andererseits, daß es nicht die Rentner sind und waren, die für diese Abgabenlast verantwortlich gemacht werden können.
Dagegen haben Politiker aller
(in den letzten Jahrzehnten) in Regierungsverantwortung befundenen Parteien
auf Probleme in den Sozialsystemen nach folgendem Prinzip agiert: "Abtauchen und keine heisse Eisen anpacken!" sowie "nach mir die Sintflut!"
Mögliche Gründe für diese Abgabenbelastung sind leicht zu finden:
1.) Staatlich gewollte Leistungen und Ansprüche ohne ausreichenden Ausgleich aus Steuermittel.
2.) hohe Einwanderung in die Sozialsysteme.
3.) Arbeitslosigkeit und zunehmend prekäre Beschäftigungsverhältnisse.
4,) Überbordente Versorgung der Staatsdiener (Pensionen und Beihilfe).
5.) Steuerabsenkungen für Spitzenverdiener und Unternehmer.
Wie hat sich die Abgabenlast in den letzten Jahrzehnten entwickelt? Welche Abgaben sind wie stark gestiegen? Welche Bruttoverdienste sind besonders betroffen?
A.) Steuerbelastung: 1958 betrug das Verhältnis zwischen Spitzensteuersatz und dem bundesrepublik-anischem Durchschnittsverdienst 21 zu 1! Im Jahr 2010 beträgt das Verhältnis 1,8 zu 1! Die Ursache für diese Verschiebung hin zu Mittelverdienern kann in der nichtangepassten Steuerprogression gesehen werden.
B.) Sozialabgabenlast: Wie aus untenstehender Tabelle ersichtlich ist, ist diese Belastung 1958: 24,4% vom Brutto auf 39,55% im Jahre 2010 geklettert.

Diese Explosion der Sozialabgeben ist vorallem auf staatlich gewollte Leistungen zurückzuführen, welche in zweistelligen Milliardenbeträgen ausschliesslich von den in die sozialen Sicherungssysteme Einzahlenden getragen werden müssen. Die Grössenordnung dazu wurde vom Deutschen Institut der Wirtschaft DIW (Arbeitgebernah) und der Hans Böckler Stiftung (Gewerkschaftsnah) untersucht. Das Ergebnis sind die Werte für das Jahr 2002.

Aus der Studie der DIW lassen sich folgende Daten für das Jahr 2002 herauslesen.
Versicherungsfremde Leistungen, die nicht aus dem Staatshaushalt ausgeglichen wurden:
Rentenversicherung: 39,2 Milliarden Euro
Krankenversicherung: 21,7 Milliarden Euro
Arbeitslosenversicherung: 22,8 Milliarden Euro
Summe VFL in den Sozialversicherungen (nur 2002) 83,7 Milliarden Euro
Fazit: Durch staatlich gewünschte Sozialleistungen, die jedoch von diesem (dem Staat) nur bedingt ausgeglichen werden, tragen die sozialversicherungspflicht. AG + AN die Zeche über eine hohe Sozialabgabenlast. Da die Arbeitgeber (AG) dies auf Dauer nicht hinnehmen wollen, friert der Gesetzgeber immer mehr die Abgabenquote der AG ein, so daß darüber hinaus gehende zukünftige Beitragserhöhungen, der AN allein zu tragen hat.
Die aufrufbaren Diagramme und Tabellen zeigen vorstehend beschriebene Fakten auf eindrückliche Art und Weise!
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