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Rentenerhöhung 2012: Aus 3,4 werden 1,5 Prozent

2004, bis 2006 und 2010 – diese Jahre, in denen Rentengeschichte geschrieben wurde, sollte wir Rentnerinnen und Rentner uns gut merken. Waren es doch die Zeiten, in denen unser Portmonee unter besonderer Schwindsucht zu leiden hatte. Trotz Preissteigerungen für die Lebenshaltung, erhöhten Krankenkassenbeiträgen, Übernahme des vollen Pflegeversicherungsbeitrages, Erweiterung der Zuzahlungspflichten im Gesundheitswesen etc. gab es „Nullrunden“ bei den Renten, für die u.a. neu eingeführte Kürzungsfaktoren gesorgt hatten (demografischer und Riester – Faktor). Die Abhängigkeit der Rentenentwicklung von der der durchschnittlichen Einkommen ist deshalb auch nur die halbe Wahrheit. Obendrein gehen in die Ermittlung der Durchschnittseinkommen diesbezüglich nur die Löhne und Gehälter der Rentenbeitragszahler ein (also nicht die Beamtenbesoldung).

Für 2012 – so sollte man meinen – können sich die Rentnerinnen und Rentner wohl auf bessere Zeiten einstellen: Haben wir doch aufgrund der guten Konjunktur in 2011 von erklecklichen Lohn – und Gehaltssteigerungen gehört. Um 3,4 % soll sich das Durchschnittseinkommen für die Arbeitnehmer verbessert haben. Demnach werden die Rentner, deren Einkommensentwicklung davon abhängt, nach der Anpassung am 1. Juli 2012 endlich einmal mehr Geld in der Tasche haben, da es ja voraussichtlich wegen der Überliquidität im Gesundheitssystem auch keine Erhöhung der Krankenkassenbeiträge geben wird.

Doch weit gefehlt! Etwa einen Prozentpunkt der theoretischen Erhöhung fressen die Kürzungsfaktoren auf und ein weiterer Prozentpunkt muss für die Kompensierung der Rentengarantie aus dem Jahr 2010 aufgebracht werden. Damit haben die Rentnerinnen und Rentner die von der Politik als soziale Leistung verkaufte Rentengarantie auf Heller und Cent durch Anrechnung auf die Rentenerhöhungen in 2011 und 2012 in zwei Raten zurückgezahlt!

Um die derzeit prall gefüllte DRV – Kasse wie vorgeschrieben unter 1,5 Monatsauszahlungen zu drücken, werden nicht etwa die Renten erhöht oder uns ein einmaliger Inflationsausgleich gezahlt sondern ab Januar 2012 die Sozialversicherungsbeiträge um geplante 0,3 Prozentpunkte gesenkt. Damit beschenkt die Politik auch noch die Arbeitgeber, deren Gewinne ohnehin derzeit reichlich sprudeln.

Was folgt aus alledem? Die Rentnerinnen und Rentner werden in 2012 voraussichtlich mit 1,5 % Steigerung ihrer Rentenbezüge abgespeist.

Wenn wir dieser dürftigen Erhöhung die bereits absehbaren Rekordsteigerungen der Verbraucherpreise gegenüberstellen, bleibt den Rentnern wieder einmal die bittere Erkenntnis: Durch diverse Manipulationen mit dem Ziel, die Bezugsgröße für die Rentenentwicklung klein zu rechnen, zeigen die Politiker ihr wahres Gesicht gegenüber uns Rentnern und demonstrieren, was wir ihnen wert sind. Da die Sozialverbände als Teile des etablierten politischen Systems keinerlei Einfluss auf die Politik ausüben und es bei Lippenbekenntnissen bewenden lassen, sind wir als RRP mehr denn je gefragt, dieser Diskriminierung von 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner als politische Kraft wirksam entgegenzutreten!

Wie gut haben es dagegen die Beamten (und damit auch die Pensionäre): Ab 2012 gibt es bereits wieder doppeltes Weihnachtsgeld (60 % eines Monatssolds) – auf Kosten des Steuerzahlers bzw. durch Neuaufnahme von Staatsschulden.
Laut Art 3 GG sind zwar alle Menschen vor dem Gesetz gleich, aber so lange wir keine Bürgerversicherung als Altersversorgungssystem haben, sind aufgrund unterschiedlicher Versorgungssysteme manche gleicher.

(ML)


Holger Mairoll schreibt zu diesem Thema:

Zur Zeitungsmeldung im "Oberbayrisches Volksblatt"

Renter können im nächsten Jahr auf 1,5% Rentenerhöhung hoffen.



Als ich diese Meldunglas, kam mir gleich in den Sinn, die ReGIERungsparteien wollen uns Renter beizeiten vor der Wahl 2013 einlullen.
2013 gibt es dann wahrscheinlich wieder eine kleine Rentenerhöhung, mit dem Hintergedanken: Jetzt sind die Rentner erst recht meschugge und wählen uns wieder!

Das darf und wird nicht sein. Der DGB, der VdK, die Rentner-Gewerkschaft-Deutschland (RGD) und auch die RRP protestieren ernergisch
dagegen. Denn durch diese "Erhöhung" wird nicht einmal ein Inflationsausgleich erreicht; unsere Renten werden dadurch wieder einmal in ihrer Kaufkraft sinken!

Die Renten-Berechnungsformel, die sich angebliche Wissenschaftler (nicht sozialversicherungspflichtige Mietmäuler), ein Herr Riester, SPD-
und Gewerkschaftsmitglied, ehem. Bundesarbeits- und Sozialminister, eigentlich für soziales und solidarisches Handeln verantwortlich und nicht für die Versicherungswirtschaft (Riesterrente)) eingesetzt, haben einfallen lassen, gehört abgeschafft! Sie ist unsolidarisch und unsozial, weil versicherungpflichtige Arbeitnehmer einseitig gegenüber anderen Altersicherungssystemen benachteiligt werden.

Das entspricht nicht dem Art. 3 Abs. 1 GG: "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich". Wahrscheinlich steht mit Geheimtinte dahinter
geschrieben: "aber einige sind gleicher".

Wenn versicherungsfremde Leistungen von Staat voll ausgeglichen würden, wäre genug Geld bei der RV, um jährl. Erhöhungen über der
Inflationsrate zu bezahlen. So aber entnimmt (stiehlt) der Staat jährl. ca. 20 Mrd. Euro aus der RV für Leistungen, die eigentlich aus den Steuern aller zu bezahlen wären. Das heißt: Der Staat belastet einseitig nur die zukünftigen und jetzigen Rentner für allgemeine Ausgaben!

Die Rentnerinnen und Rentner Partei gehört ins Parlament, um diesem Treiben ein Ende zu setzen.

"Wir wollen Teilhabe am wirschaftlichen Aufschwung und nicht von der Wohstandsentwicklung abgehängt werden", Zitat RGD


Holger Mairoll

RRP, KV Rosenheim


Leider nur die halbe Wahrheit

„Ab 2012 gibt es bereits wieder doppeltes Weihnachtsgeld (60 % eines Monatssolds)“, lautete eine Aussage. Klingt dramatisch, stellt jedoch nur die halbe Wahrheit dar, denn diese Regelung trifft nur für Bundesbeamte zu; einer Minderheit, denn nicht einmal 20 % der ca. 1,85 Mio. Beamten, Richter und Soldaten (Stand 2010) sind Nutznießer.
Als Landesbeamter im Land Bremen erhielt ich 2009 noch netto 19,23 € (neunzehn), 2010 gab es ganze 0 € und in anderen Bundesländer sieht es bei den Landesbeamten nicht besser aus! 

Seien doch alle nicht so neidisch und freuen sich auf die strahlenden Gesichter, wenn auch bei den Landesbeamten das Weihnachtsgeld verdoppelt wird:

0 € x 2 = 0 €.

Blumenthal, 26.10.2011
(VM)